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Kurzfassung


Präambel

Das Max-Ernst-Gymnasium (MEG) ist das Gymnasium der Stadt Brühl. Es ist offen für Schülerinnen und Schüler aus Brühl und jenen Nachbargemeinden, die kein eigenes Gymnasium haben oder deren Gymnasium schwerer zu erreichen ist als das Max-Ernst-Gymnasium. Darüber hinaus versteht es sich nach Maßgabe der rechtlichen, räumlichen und personellen Möglichkeiten als Angebot für all jene, denen Charakter, Profil und Ziele der Schule zusagen.

Ziel des MEG ist es, die der Schule anvertrauten Schülerinnen und Schüler in ganzheitlichem Unterrichten und Erziehen zu selbstständigen, kenntnisreichen und verantwortlichen Menschen zu bilden.

Ganzheitlichkeit meint dabei einmal umfassende Förderung der Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere in intellektueller, sozialer, musischer und sportlicher Hinsicht.

In einem zweiten Sinne von Ganzheitlichkeit ist das MEG eine weltanschaulich neutrale und offene Schule, die verschiedene gesellschaftliche Einflüsse aufgreift. Ihr integrierendes Ziel ist die Förderung von Toleranz, konstruktiver Kritikfähigkeit, Verantwortlichkeit und Engagement aller Beteiligten im Rahmen des gymnasialen Bildungs- und Erziehungsauftrages.

Ganzheitlichkeit bedeutet drittens, dass alle Beteiligten – Eltern, Lehrer und Schüler – vertrauensvoll und engagiert zusammenarbeiten. Partizipation ist eines der herausragenden Merkmale des Max-Ernst-Gymnasiums der Stadt Brühl.

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule geschieht nicht in einer pädagogischen Provinz, sondern ist eingebettet in vielfältige soziale, ökonomische, politische, psychische und anthropologische Zusammenhänge. Sie verwirklicht sich nicht schon durch programmatische Setzungen, sondern erst dort, wo alle Beteiligten sich nach ihren Kräften und Möglichkeiten mit dem Ziel zusammenfinden, Lehren und Lernen als gemeinsamen Prozess zu gestalten und in lebendiger Veränderung zu erhalten. Diesen von der Schule beschrittenen Weg beschreibt das vorliegende Programm des Max-Ernst-Gymnasiums der Stadt Brühl.

Zielsetzung und Schwerpunkte schulischer Arbeit



Schulisches Handeln ist ausgerichtet auf immer neu zu interpretierende Ziele, die mit unterschiedlich bewerteten Methoden in höchst komplexen Situationen erreicht werden sollen.

Gelingen kann dies nur in einem dialogischen Führungsstil.

„Das erzieherische Verhältnis ist ein rein dialogisches und kann sich nur in einer bestimmten Kontrapunktik von Hingabe und Zurückhaltung, Vertrautheit und Distanz vollziehen.“ (Martin Buber)

Das MEG will deshalb – in Orientierung an der staatlich vorgegebene Grundrichtung – eine Schule sein, für die wichtig sind:

- die Suche nach Wahrheit und die Übernahme sozialer Verantwortung,

- ein breites Allgemeinwissen und individuelle Schwerpunktsetzungen,

- ein streng methodisches Arbeiten und das freie Spiel der Phantasie,

- fachliche Kompetenz und das Knüpfen fächerverbindender Netzwerke,

- fester Standpunkt und die Fähigkeit, sich in Frage zu stellen,

- Frustrationstoleranz und Zivilcourage und Konfliktbereitschaft,

- Toleranz und Unnachsichtigkeit gegenüber Intoleranz und Gewalt,

- die Stärkung der Persönlichkeit und Empathie und Kooperationsfähigkeit.


Jedes Gymnasium kann nicht alle diese Ziele und Wege mit gleicher Intensität verfolgen. Die besonderen Schwerpunkte des MEG sind:



- die Völkerverständigung durch Förderung der Mehrsprachigkeit, Akzentuierung bestimmter Fächerinhalte und Projekte;

- das Vertrautwerden mit den modernen Medien;

- ein breites Angebot im musischen Bereich (Kunst, Theaterspiel);

- leistungsgerechte Förderung durch Harmonisierung der Lerngruppen in Jgst. 7-10;

- effektives Lernen durch Eigenaktivität, Moderation, Anleitung und kontinuierliche Überprüfung.

Max Ernst im Namen unserer Schule


Seit 1981 trägt das Städtische Gymnasium Brühl den Namen Max Ernst Gymnasium.

Was bedeutet das für die Schule?

Max Ernst wurde in Brühl geboren, er hat seine ganze Gymnasialzeit am Städtischen Gymnasium verbracht und hier 1910 die Reifeprüfung abgelegt. Somit ist die Benennung einer Brühler Schule mit seinem Namen zunächst eine Reverenz gegenüber einem der berühmtesten Brühler.

Max Ernst war Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Surrealismus und Dadaismus. Er war „ein großer Visionär“ (E. Quinn), der die Kunst des 20. Jahrhunderts um neue Dimensionen bereicherte.

Max Ernst lebte in Deutschland, den USA und Frankreich. Er dachte und schrieb in drei Sprachen, er war Kosmopolit. Jeder Nationalismus, der die eigene Nation hervorhebt, indem er auf die anderen Nationen herabsieht, war ihm fremd. Er stand für eine offene Gesellschaft der Freiheit und Toleranz, die kein leichtes Leben verspricht, sondern ein konfliktreiches und unbequemes, aber ermutigende und beglückende Perspektiven auf offene Horizonte eröffnet. Sein „Vagabundieren, seine Unruhe“ (Max Ernst) machte ihn auch unbequem. Satte Zufriedenheit mit dem Erreichten war seine Sache nicht.

Max Ernst war kein enger Spezialist, sondern ein vielseitiger Künstler, der durch lebenslanges Lesen und Studium seinen Horizont ständig erweiterte. „Lernen im Sinne von Max Ernst ist nicht die Aneignung eines gesicherten Besitzes, sondern der immer neue Aufbruch in des Abenteuer des Geistes“ (L. Schewe).

Für ein Gymnasium ist dies eine große Chance deutlich zu machen, dass die Weckung der Kreativität und die Förderung der Gesamtpersönlichkeit ihrer Schülerinnen und Schüler und nicht nur die Ausbildung von deren Intellekt zur Zielsetzung der Schule gehört. Der gesamte musische Bereich – ob Kunst, Musik oder Theater – ist essentieller Bestandteil unseres Verständnisses von gymnasialer Bildung.

Mit dem Namen Max Ernst bekennt sich unsere Schule zu einer konkreten Identität. Sie tritt heraus aus der Anonymität einer sich lediglich „Städtisches Gymnasium“ nennenden Schule. Sie macht sich unterscheidbar gegenüber anderen an Personennamen gebundenen Schulen. Damit übernimmt das Max-Ernst-Gymnasium aber auch eine Verpflichtung, der Name wird Programm: sich mit allen Kräften bei ihren Schülerinnen und Schülern dafür einzusetzen, wie sehr es sich lohnt – gründend auf eine Jahrhunderte alte Tradition und in Auseinandersetzung mit dieser – sich für eine freie und humane Gesellschaft und eine friedliche und gerechte Welt einzusetzen, auch wenn dies eine kritische und bisweilen schmerzhafte Auseinandersetzung mit überkommenen Gewohnheiten und lieb gewordenen Traditionen voraussetzt.

Sinnfälliger Ausdruck dieses Selbstverständnisses unserer Schule ist der „Loplop“ als Figur Max Ernsts im äußeren Erscheinungsbild unseres Gymnasiums. Am Eingang lädt die Signatur Max Ernsts den Besucher ein; vom Dach her kündet Loplop als Wetterfahne. Der lichtdurchflutete Innengarten trägt seinen Namen.

Das wandlungsfähige Vogelwesen ist offen für zahlreiche Deutungen. Immer aber repräsentiert es die Verbindung von Innen und Außen, das Prinzip der Collage, die Wahrnehmung des zusammengesetzten Einen als „Formenwörterbuch“ (W. Spies), in dem alle zu lesen vermögen, die sich um Erkenntnis und Menschenfreundlichkeit bemühen.

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