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Besucher im Wandel der Zeit

Hunde werden erschossen!

Diese drastische Androhung in der Parkordnung von Clemens August begegnete
uns schon recht bald bei der diesjährigen Projektarbeit „Schloss und Park
Augustusburg – Besucher im Wandel der Zeit“ (WP II Gesellschaftswissenschaften).
Damit zeichnete sich deutlich ab, dass die Untersuchung von
Geschichte, Kunstgeschichte und Gartenarchitektur keineswegs nur trockene
Literatur- und Archivrecherche bedeuten muss. Darüber hinaus erkundeten die
Schüler und Schülerinnen regelmäßig den Park und erstellten ein Bildprotokoll
über Aussehen des Parks und die vielfältigen Pflegearbeiten in Herbst, Winter und
Frühjahr.
Bei einem Besuch im Schloss Augustusburg hatten wir das Glück Herrn Richter
von der Schlossverwaltung und die Historikerin Frau Winkler zu treffen, die an
der Projektarbeit sehr interessiert waren. Auf deren Einladung hin durfte die
engagierte Schülergruppe mehrere Wochen lang im schönen Freskenraum des
Oratoriums mit Originaldokumenten arbeiten. Dabei konzentrierte sie sich auf
folgende Fragestellungen:

 Was bezweckten die Herrscher/Obrigkeiten mit diesen Anlagen und wie
wurden bzw. werden sie von ihnen genutzt?
 Weshalb zerschneidet die Bahntrasse ausgerechnet Park und Falkenluster
Allee?
 Wer durfte und darf die Parks betreten und unter welchen Auflagen?
 Wie wurden/werden Gebote beachtet bzw. durchgesetzt?

Die Untersuchung dieser Fragen in einem zeitlichen Längsschnitt über 300 Jahre
führte zu spannenden Erkenntnissen und belegt einen deutlichen Wandel im
Umgang mit dem seit 25 Jahren zum Welterbe zählenden Ensemble. Der Umgang
mit dem Park und das Verhalten der Besucher haben die Jugendlichen in zehn
Monaten selbst erkundet und dokumentiert. Die gegenwärtige Präsenz der
Obrigkeit (Land NRW) zeigt sich im alljährlichen Sommerfest des
Ministerpräsidenten, hierzu durfte die Gruppe Bildmaterial und Insiderinformationen
der Schlossverwaltung auswerten.
Als Abschluss der Projektarbeit wurde mit diesen Ergebnissen eine Ausstellung
konzipiert, die wir anlässlich des UNESCO-Welterbetags am 6. Juni in einem Zelt
der Öffentlichkeit vorstellten.
NRW-Bauminister Lienenkämper, der unsere Ausstellung eröffnete, sowie die
zahlreichen Besucher konnten auf Schautafeln Schloss und Park im Wandel der
Zeit und unter wechselnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erkunden und
von den anwesenden Schülerinnen und Schülern weitergehende Informationen
erhalten.

Dr. Ingrid Gießübel-Weiß, Projektleiterin

Die nachfolgende Fotogalerie soll Ihnen einen Eindruck von der Ausstellung der Projektgruppe im Schlosshof vermitteln.

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.